Aus der Vergangenheit in die Gegenwart. Nachdem mein Sohn Nicolas von Anfang an lieber mit der Bahn als mit dem Auto fährt,
erinnert er mich an meine Kindheit, als ich mit meinen Eltern auch häufig mit der Bahn fuhr. Die Bahnfahrten waren für mich immer angenehmer und interesanter als eine Autofahrt.
Es war einfach bequemer im Zug auch während der Fahrt mal ein Stück zu laufen, am besten bis zur Zugspitze und dann bis zum letzten Wagen mit dem freien Blick auf die Strecke.
Ich kam noch in den Genuß mit dem TEE einen Streckenteil zwischen Nürnberg - Amsterdam am Rhein entlang zu fahren, eine Sonderfahrt mit dem Triebwagen BR601 und BR491 zu erleben.
Auch war ich oft im Schlafwagenzug TEN auf der Strecke München - Roma-Termini oder Roma-Termini - Taormina-Giardini unterwegs, damals gab es sogar ein Vielfahrerbonus (9+1).
Auch die Schiffspassage mit den großen Fähren der FS zwischen Villa San-Giovanni und Messina war immer ein großartiges Erlebniss, wenn ein ganzer Zug im Bauch des Schiffes verschwand.
Habe auch noch erlebt, das in einem Speisewagen von einem Koch richtig gekocht wurde. Das beste 3-Gang-Menü gab es bei der FS, auch wenn nur zwischen zwei Menü und zu zwei
festen Essenszeiten gewählt werden konnte. Die Sitzplätze im Speisewagen wurden als Coupons vom Schaffner vorab im Zug verteilt und das Essen wurde von der Platte am Tisch serviert.
Leckeres, heißes und frisches Essen, inkl. Nachschlag - egal ob Fleisch, Fisch, Gemüse oder Beilagen - und anschl. ein Nachtisch mit Käse und frischem Obst oder gar etwas “Dolce”.
Da komme ich immer noch ins Schwärmen und das ganze inkl. einem Getränk zum Festpreis ! Schade das die Speisekultur bei der DB-AG immer schlechter wird und der Speisewagen dem
Stehcafe mit Mikrowelle weichen mußte. Das ist nicht wirklich das Wahre auf langen Strecken ! Sorry DB-AG, jedoch mit Mikrowelle & Co ist das Niveau nun wie in einem Reisebus.
Heute freue ich mich schon sehr über einen richtigem Speisewagen einer ausländischen Bahnverwaltung, wie z.B. auf der KBS von Nürnberg nach Prag, da gibts noch frisches Essen.
Da mein Großvater Lokführer bei der Deutschen Reichsbahn war und mein Vater ganze Sonderzüge von Nürnberg nach Italien organisiert hatte, gab es dadurch schon sehr früh einen
häufigen Kontakt zur Bahn. Und das hatte sich nicht nur auf das Kaufen von vergünstigtem Mineralwasser mit dem Großvater bei der BSW-Kantine beschränkt. Mein Vater nahm mich
gelegentlich mit in die DB-Direktion Nürnberg, wenn er nur was abzuholen hatte. Wie z.B. Erlaubnisscheine für das Betreten der DB-Gleisanlagen oder irgendwelche Anträge.
Dort gab es noch sehr lange einen Paternoster-Aufzug, welch ein Erlebnis für mich als Kind. Und wie praktisch für mich das gleich gegenüber sich das DB-Museum befindet,
es war immer wieder faszinierend den Betrieb der großen Fleischmann-Anlage zu sehen. Meine erste Modell-Bahn erhielt ich von meinem Großvater zu Weihnachten. Natürlich war er
sehr stolz auf sein Werk, jedoch spielte er mir einfach zu lange damit. Vor lauter Langweile pfluckte ich die Bürstenbäume von der Platte und schmiß sie in Richtung
der Großmutter, welche im Stuhl bei Kaffee und Kuchen saß. Tja, wie soll ich sagen - beide hatten dann irgendwie nicht mehr viel Lust auf Weihnachten.
Jedenfalls wurden hiermit irgendwie die ersten Grundsteine für das Hobby Modelleisenbahn gelegt. Und so entwickelte sich das ganze von Jahr zu Jahr weiter. Es kam immer wieder mal ein Stück
für die Modelleisenbahn hinzu. Von den ersten Anlagen ist heute nicht mehr viel geblieben. Denn als mit der Zeit der Wunsch nach maßstäblichen Modellen immer größer war, wurde in der
Vergangenheit stückchenweise die alten Sachen verkauft um maßstäbliche Wagen zu kaufen. Übrig geblieben sind nur ein Trafo von Trix und ein paar Lokomotiven von Fleischmann.
Diese Teile werden als historsiche Erinnerung für die Zukunft auch erhalten bleiben . Mitte der 80er Jahre war die Sammlung doch sehr angewachsen und es wurde wieder
einiges verkauft, was aus heutiger Sicht ein Fehler war, da es viele der Modelle nicht mehr gibt. In dieser Zeit hatte ich mich auf die Spur 0 ausgerichtet, hauptsächlich Fahrzeuge von Rivarossi.
Glücklicherweise hatte ich nicht alle HO-Fahrzeuge verkauft und jene die mir sehr gefallen sorgfältig eingelagert und somit bewahrt. Schon damals habe ich die Epoche IV bevorzugt.
Nachdem eine Anlage in der Spur 0 nicht realisiert wurde, kamen diese 0-Fahrzeuge wieder zum Verkauf, sukzesive je nach Bedarf für den Kauf von neuen H0-Fahrzeugen.
Auf den bestehenden Grundstock wurde in kleinen Schritten wieder aufgebaut und diesmal wurde die Nachbildung von Zugbildungen angestrebt. Damit bleibt das Hobby überschaubar
und heutzutage auch in einem vertretbaren und verantwortungsfähigem finanziellen Rahmen, da an erster Stelle mein Sohn Nicolas sowie die Arbeit steht und das Hobby ein Hobby bleibt.
Die heutige Modell-Anlage ist unter normalen Umständen als die “endgültige” anzusehen, da die Gleise in Code 70 aufgebaut sind und Fahrzeuge mit Räder in HO-T laufen.
Selten kommt mal ein Fahrzeug als Neukauf hinzu, denn es muß in eine Zugbildung passen, ein schönes und maßstabgetreues Fahrzeug sein und auch noch günstig im Preis sein.
release: 20.03.2006 |