Stationen des Lebens. Jeder von uns macht in seinem Leben an verschiedenen Stationen halt.
Meine persönliche hat seinerzeit in Nürnberg begonnen, wo mein Großvater mich mit der ersten Trix-Bahn in Berührung brachte. Dies war wahrscheinlich der Beginn
der Faszination der kleinen Eisenbahn. Das mein Großvater bei der Bahn war und mein Vater ganze Züge nach Italien organisiert hat, tat dann wohl noch das übrige.
Natürlich ist es schon etwas verwunderlich, das sich mein Sohn Nicolas ganz von alleine, ohne mein Zutun, für die Bahn begeistern kann. Oder auch doch nicht...
Jedenfalls spiegeln sich bei der Modell-Bahn ein Teil meiner Stationen im bisherigen Leben wieder. Der Beginn meiner Schule fand in den Niederlanden statt, genauer gesagt
in Zandvoort aan Zee. Es war eine schöne Zeit in meiner Kindheit an der Nordseeküste und war immer wieder mal mit dem Fahrrad am Bahnhof.
Es war ein Kopfbahnhof in Hochlage mit einem Bahnsteig mit zwei Gleisen unterhalb, seitlich davon gab es noch einige Gütergleise in einem Bogen, welche nur noch für
die Müllverladung der VAM von Nutzen waren. Die Abfüllanlage hierzu war am Ende der Gütergleise gebaut, welche sich bereits in einer Seitenstraße befand.
Zwischen meinem Wohnort in Zandvoort aan Zee und meinen Großeltern in Nürnberg wurde der Regionalzug nach Amsterdam genommen und dann sehr häufig ein TEE.
Hiervon ist auf der Modell-Bahn ein Küstenstreifen mit Deich und Dünen zu finden, ebenso wurde die Müllverladung im Güterbereich dementsprechend nachgebaut.
Auch spiegelt sich dadurch auf der Modell-Bahn der Einsatz von Züge des TEE wieder. Eine weitere Station war für mich dann als meine Eltern nach Taormina auf Sizilien umzogen.
Hier ging ich dann zur Scuola Media “Hugo Foscole” und war nur sehr selten am Bahnhof von Taormina-Giadini. Die südlichen Gefilde waren für mich als Jugendlicher ein sehr
angenehme Zeit, da wir als Schüler nach der Schule oft mit der Seilbahn an das Meer fuhren. Mit der Seilbahn unten angekommen mußten wir die Küstenstraße überqueren und
dann durch einem Fußgängertunnel unter der eingleisigen Strecke hindurch zum Strand gehen. In dieser Zeit befuhr ich die Bahnstrecke Nürnberg - München - Brenner - Mailand - Rom -
Neapel - Villa S. Giovanni - Messina - Taormian-Giardini mit TEE und TEN. Es war immer ein Erlebnis auf dieser Strecke unterwegs zu sein, da es sehr viel zu sehen gab.
Einerseits die Anfahrt durch Österreich zum Brenner als Systemwechselbahnhof und der Weiterfahrt auf der italienischen Seite bis nach Rom. Dort ergab sich dann ein Aufenthalt
im Bahnhof Termini, welcher Heute innen schon etwas anders Aussieht als früher. Bei der Weiterfahrt in den “Mezzo Giorno” war das nächste Erlebniss der unterirdische
Bahnhof von Neapel. Dann kam noch in Villa S. Giovanni die Einfahrt des ganzen Zuges in die große Eisenbahnfähre der FS zum Übersetzen nach Messina. Es war jedesmal sehr
aufregend mit zu erleben wie der ganze Zug - Stück für Stück - auf die fünf Gleise im Bauch der Fähre rangiert wurden. Sobald die Wagen gesichert waren, konnte man die Wagen verlassen
und auf Deck gehen um die Überfahrt zu geniesen. In Messina-Maritimi fand dann die Ausfahrt mit der anschließenden Weiterfahrt direkt an der Küste entlang bis Taormina-Giardini.
Natürlich ist es nicht einfach hiervon vieles nach zu Bauen. Jedoch wurde wenigstens eine eingleisige Steigungsstrecke vom Schattenbahnhof zum einem Kopfbahnhof realisiert.
Diese führt dann auch an der Küste entlang zum Endbahnhof. Anbei konnte ein kleiner Hafen mit Anleger und einer Fähre realisiert werden. Für eine Seilbahn, geschweige für einen
Systemwechselbahnhof war einfach kein Platz. Erst recht nicht der unterirdische Bahnhof von Neapel. Als Endpunkt wurde ein kleiner Kopfbahnhof aufgebaut, da die Ausmaße von
Milano Centrale oder gar Roma Termini einfach viel, viel zu groß sind um in H0 nachzubauen. Desweiteren gefiel mir auch die Strecke der TAG von Schaftlach nach Tegernsee, da
die eingleisige Streckenführung mit den Bahnübergängen und der Betrieb etwas Anderes war. Auch die eingleisige Stecke der ehemaligen NVAG von Niebüll bis Dagebüll-Mole gefiel,
nachdem die Strecke durch ein Deichgatt direkt an den Anleger der Fähren des WDR geführt wird. In Niebüll wurden auch Kurswagen von der Relation Hamburg - Westerland / Sylt der DB
an die NVAG übergeben. Seinerzeit war auch ein Großdieseltriebwagen (GDT) im Einsatz. Die Fähre wurde hiervon als Eisenbahnfähre umgesetzt und zwar als Schmalspurbahn.
Dies bietet eine reizvolle Abwechslung zur Regelspur und einen Vergleich zur RüKB, da teilweise bei der Modell-Bahn zum Bahnhof ein Dreischienengleis verlegt wurde.
Natürlich könnte für die Weiterführung der Schmalspurstrecke noch weitere Schmalspurbahnen als Vorbild genannt werden. Auch für die vielen Kleinigkeiten gab es immer irgendwo ein Vorbild.
Ebenso für die Begründung der 16 Meter - Drehscheibe im BW gab es einige Vorlagen. Ein Fazit von allem ist, das einiges vom Vorbild und den Stationen auf meinem bisherigen
Leben nun auch auf der Modell-Bahn in einer Art und Weise wieder zu finden sind. release: 20.03.2006 |